Wie der Open Innovation Hub Start-ups als Anker in der Krise dient

Für 2020 stand bei uns im Open Innovation Hub wayra insbesonderes eines ganz weit oben auf der Liste: die Sichtbarkeit unserer Start-ups im Hub in den Abteilungen der Telefónica fördern und die Zusammenarbeit dadurch noch stärker pushen. Zu Beginn des Jahres war von der Krise noch nichts zu spüren. Wir wollten gemeinsam mit der Telefónica ein hochmodernes Technology Lab entwickeln, um den Geschäftsbereichen die neuesten technologischen Lösungen zugänglich zu machen. Doch nur wenige Monate später wurden die Auswirkungen der Pandemie spürbar. Alle Veranstaltungen wurden abgesagt. Mitarbeiter, Start-ups und die Ansprechpartner der Telefónica – alle im Homeoffice. Und wenn dein Fokus stets darauf liegt, die immense Wichtigkeit eines physischen, persönlichen Austausches zwischen den Start-ups im Open Space zu predigen, dann wird dir schlagartig klar: Nach nur drei Monaten als wayra-Chef bist du jetzt vor allem eines – Krisenmanager.

Für die meisten Start-ups in unserem Portfolio war dies nun eine nie dagewesene Situation. Unsere Aufgabe lag der er insbesondere am Anfang darin, den jungen Teams die Unsicherheit abzunehmen. Das hieß vor allem, die Kommunikation unter neuen Voraussetzungen auszubauen. Wir sind durchgängig mit unseren Start-ups im Portfolio im Austausch. Der Innovation Hub lebt von der Vernetzung. Natürlich waren wir bereits vor der Krise digital aufgestellt, doch das waren völlig neue Verhältnisse. Zu Beginn war es enorm wichtig, viele zusätzliche Meetings für den simplen Austausch fix in den Kalender einzutragen. Wenn du jemandem sagst, “ruf an, wenn du was brauchst”, wirst du in der Regel nichts hören und der Kontakt bricht ein. Das ist keine Lösung. Morning Check-ins per Videokonferenz, zweiwöchentliche All-Hands und digitale Kaffeepausen sind Must-Haves der dezentralen Zusammenarbeit.

Wenn die jungen Start-up-Teams zu uns in den Hub ziehen und anfangen mit uns zu arbeiten, schätzen sie unsere Expertise im Umgang mit großen Konzernen. Gemeinsam bereiten wir das Start-up so vor, dass es eine belastbare Kundenbeziehung zu Telefónica und Co. aufbauen können. So waren wir auch gerade zu Beginn der Krise einer der wichtigsten Ratgeber und fungierten als Informationsquelle für die Teams, wenn es zum Beispiel um das Thema Cash-Flow ging. Genauso gehören Fragen wie, hat mein Team alles, damit es aus dem Home Office arbeiten kann, oder gibt es staatliche Subventionen, die unsere Kosten zum Teil decken können, zum Katalog dazu.

Solche extremen Situationen sind natürlich immer auch Treiber für Innovation und Kreativität. Doch es besteht die Gefahr, wichtige Ressourcen zu verschwenden. Deshalb braucht es dafür den richtigen Fokus und einen Rahmen. Für die Start-ups mit denen wir zusammenarbeiten ist es unheimlich wichtig, dass wir als wayra gemeinsam mit der Telefónica zuverlässige Partner sind, die auch in der schwierigen Situation weiter am gemeinsamen Erfolg arbeiten und Zusagen einhalten. Wir haben Projekte und Auszahlungen weiterlaufen lassen und auch weiter investiert – fast noch mehr als vor der Krise.

Dank der gemeinsamen Anstrengungen können sich die Start-ups voll auf das konzentrieren, was sie am besten können: Smarte Lösungen für neue Herausforderungen finden. Viele unserer Start-ups helfen mittlerweile dabei, die Folgen der Pandemie mit ihrer Arbeit einzudämmen.

So hat beispielsweise das KI-Start-up Curiosity AI eine Webseite aufgesetzt, die die COVID-19-Forschung unterstützt. Mit Hilfe der Webseite können Mediziner mehr als 45.000 medizinische Fachartikel untersuchen und bekommen optimalen Zugang zu Wissen über das Coronavirus. Denn gerade bei der digitalen Zusammenarbeit ist es enorm wichtig, dass das gesamte Unternehmenswissen für alle Mitarbeiter frei und einfach zugänglich ist. Die KI-basierten Knowledge Graphs von Curiosity AI sollen das ermöglichen.

Zusätzlichen haben unsere Start-ups im Hub Lösungen entwickelt, die Unternehmen bei der Kommunikation mit Kunden und Mitarbeitern unterstützt. So hat das Team von e-bot7 einen Chatbot entwickelt, mit dem sich schnell alle relevanten Informationen über das Coronavirus finden lassen. Unser EduTech-Start-up StackFuel bietet außerdem kostenlose Online-Trainings im Bereich Datentechnologien für gemeinnützige Organisationen an, die sich mit der Corona-bezogenen Problemlösungen befassen.

Wir vernetzen die Start-ups mit Konzernen wie der Telefónica und sorgen dafür, dass der Austausch zwischen dem Konzern und den Start-ups auch und gerade in Zeiten wie der Coronakrise funktioniert, sodass beide Seiten optimal voneinander profitieren. Letztendlich leben wir vom Austausch und der gemeinsamen Weiterentwicklung von Ideen. All das haben wir nun für eine Zusammenarbeit unter neuen Vorzeichen neu strukturiert. Das führt nun dazu, dass die Start-ups schnell Lösungen entwickeln konnten, die Unternehmen zur Bekämpfung der Krise einsetzen können. Gleichzeitig ist es für die Start-ups wichtig zu lernen, wie große Unternehmen in Krisensituationen funktionieren, was diese am meisten brauchen und wie Hilfe in Drucksituationen richtig eingesetzt wird. Diese wichtigen Erfahrungen kann ihnen keiner mehr nehmen.

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